Vorklasse

Informationen zur FOS Vorklasse

Sie interessieren sich für die FOS Vorklasse, wissen aber nicht, ob Sie dafür in Frage kommen, ob Sie die Voraussetzungen erfüllen oder ob es überhaupt Sinn für Ihre Zukunftspläne macht, die Vorklasse zu besuchen?

Vielleicht kann Ihnen unser Interview mit unserem Schüler Matthias helfen. Er besucht zurzeit unsere FOS Vorklasse und hat sich bereit erklärt, die wichtigsten Fragen für Sie zu beantworten.

Hallo Matthias, Sie sind ja bei uns Schüler der FOS Vorklasse…

Matthias: Nun ja, die Vorklasse ist nicht für Schüler aus der Realschule gedacht, sondern nur für Schüler, die auf der Mittelschule oder Wirtschaftsschule einen mittleren Abschluss mit einem Notendurchschnitt von mindestens 3,5 in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik erzielt haben. Solltest du zwar einen mittleren Schulabschluss, nicht aber den erforderlichen Notendurchschnitt haben, kannst du nur bei Vorlage eines pädagogischen Gutachtens von der in Jahrgangsstufe 10 besuchten Schule aufgenommen werden. In diesem muss begründet werden, warum du grundsätzlich für die Fachoberschule geeignet bist. Für mich persönlich aber war ausschlaggebend, dass die Vorklasse die wesentlichen Grundlagen und Kenntnisse für einen erfolgreichen Besuch der 11. Klasse vermittelt. Gerade wenn man nicht von der Realschule kommt und wenn man ein oder mehrere Fächer hat, in denen man sich etwas unsicher fühlt, dann werden einem in der Vorklasse die absoluten Grundlagen vermittelt – gerade in Deutsch, Englisch und Mathematik – und man wird nicht so ins kalte Wasser geworfen.

Matthias: Wichtig ist erst einmal, dass es sich um Vollzeitunterricht handelt, d.h. man hat 33 Schulstunden, die sich auf fünf Wochentage verteilen. Davon jeweils acht Stunden für die allgemeinbildenden Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik, so dass man da wirklich intensiv arbeiten kann. Dazu kommen noch sechs Stunden im Profilbereich, d.h. je nach Ausbildungsrichtung bei uns je drei Stunden in Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen, Physik, Pädagogik/Psychologie oder Biologie. Außerdem gibt es noch eine Stunde Religionsunterricht bzw. Ethik und zwei Stunden Geschichte/Politik und Gesellschaft.

Matthias: Grundsätzlich gibt es in allen Fächern Kurzarbeiten oder Stegreifaufgaben und Unterrichtsbeitrags- bzw. Abfragenoten. Dazu schreibt man in den drei Hauptfächern pro Halbjahr zwei Schulaufgaben. Der große Unterschied zu meiner alten Schule ist das Punktesystem, d.h. es gibt nicht mehr die Ziffernnoten 1-6, sondern 0-15 Punkte und die beste Leistung, die man erreichen kann, sind 15 Punkte.

Matthias: Ja, das war die erste große Hürde, die wir alle nehmen mussten. Die Probezeit geht bis zum 15. Dezember (§ 8 und § 22 Abs. 1 Nr. 2 FOBOSO) und dadurch entscheidet sich, ob man auf der Schule bleiben kann. Um die Probezeit zu bestehen, muss man die folgenden Bedingungen erfüllen:

Folgende Punktzahlen müssen erreicht sein (nach § 21 Abs. 3 Satz 1 FOBOSO)

  1.  in allen Fächern mindestens 4 Punkte,
  2. in einem Fach 1 bis 3 Punkte, in allen weiteren Fächern jeweils mindestens 4 Punkte und in der Summe aller Punktzahlen mindestens das Fünffache der Anzahl der Fächer,
  3. in zwei Fächern 1 bis 3 Punkte, in allen weiteren Fächern jeweils mindestens 4 Punkte und in der Summe aller Punktzahlen mindestens das Sechsfache der Anzahl der Fächer oder
  4. in einem Fach 0 Punkte, in allen weiteren Fächern jeweils mindestens 4 Punkte und in der Summe aller Punktzahlen mindestens das Sechsfache der Anzahl der Fächer

Dann hat man es geschafft und das Tolle ist, wenn man in jedem Fach zum Jahresende im Jahreszeugnis mindestens sieben Punkte erreicht hat, dann spart man sich die Probezeit in der 11. Klasse! Das erleichtert einem das Ganze dann schon sehr, hat man mir gesagt.

Matthias:  Leider nein.

Matthias: Ich empfinde die FOS als Schule, auf der man sich auf Augenhöhe befindet. Man merkt, dass die Schüler hier freiwillig sind und jeder motiviert ist, sein Bestes zu geben, um seinen Abschluss erfolgreich zu schaffen. Das Miteinander ist sehr angenehm und ich verstehe mich mit jedem Lehrer und mit meinen Mitschülern gut. Alle sind sehr freundlich und cool und deshalb finde ich es auf der FOS wirklich schön.

Schülerkommentare FOS Vorklasse ja/nein?

„Ich bin in der Vorklasse, da ich von einer Mittelschule komme und ich mir dadurch erhoffe, in der 11. Klasse besser mit den Lerninhalten zurecht zu kommen. Es war definitiv die richtige Entscheidung, da wir vieles in meiner Vorgängerschule nicht behandelt haben – gerade in Mathematik, was uns hier ausführlich und gut verständlich erklärt wird. In manchen Fächern lernt man nicht sonderlich vieles neu, je nach Vorwissen, weshalb man sich schon manchmal denkt: „Wäre es nicht besser, wenn ich direkt die 11. gemacht hätte?“ Aber spätestens beim nächsten Thema ist man doch froh, hier in der Vorklasse zu sein. Insgesamt ist mein Eindruck von der FOS sehr positiv. Die Lehrer sind sehr engagiert und verständnisvoll, wenn man etwas noch nicht verstanden hat. Sie gehen genau auf die Lerninhalte ein und besprechen diese auch ausführlich mit uns. Ein gutes Lernklima setzt ein gutes Miteinander voraus, was hier wirklich gegeben ist. Es wird hier niemand ausgeschlossen oder benachteiligt, z.B. aufgrund von fehlendem Vorwissen oder anderem.“ (Aktueller Schüler der FOS Vorklasse)

Karl

„Ich bin von der Mittelschule gekommen und war mir nicht sicher, ob die Vorklasse wirklich nötig ist. Die Vorklasse schließt vor allen Dingen in den Hauptfächern die Lücken, von denen man dachte, dass man sie gar nicht hat. Außerdem ermöglicht das Vorbereitungsjahr einen einfachen wie auch angenehmen Einstieg in den neuen, vom Tempo her schnelleren Schultypus. Ein erfreulicher Bonus ist auch, dass einem die Probezeit der 11. Klasse erlassen wird, wenn man die Vorklasse mit befriedigenden Noten abschließt. Ich persönlich bin froh, diesen Weg gewählt zu haben und kann das nur weiterempfehlen. Zusammenfassend lass dir gesagt sein, Vorsicht ist besser als Nachsicht!“ (Schüler der 12. Klasse nach vorherigem Besuch der Vorklasse)

Tim
„Meine Eindrücke von der Vorklasse waren sehr gut. Auch wenn wir durch Corona ein halbes Jahr nicht im Präsenzunterricht waren, hat sie mich trotz allem intensiv auf die 11. Klasse vorbereitet. Da ich von der Mittelschule kam, war es bei diesem doch höheren Schulniveau absolut sinnvoll, die Vorklasse zu machen. Meiner Meinung nach war die Vorklasse nicht so anstrengend und stressig wie die 11. Klasse und man kann sich daher gut in die Schule einfinden und auf die 11. Klasse einstellen, da hier die Herausforderung mit dem Praktikum beziehungsweise dem ständigen Wechsel zwischen Schule und Praktikum hinzukommt. Der Stress, die Anstrengung und der Druck sind hoch und man sollte sich schon bewusst sein, auf was man sich einlässt – das Fachabitur und allgemeine Abitur bekommt man nicht einfach geschenkt. Man muss ordentlich was dafür tun, aber am Ende, denke ich, wird sich alles gelohnt haben.“ (Schülerin der 11. Klasse nach vorherigem Besuch der Vorklasse)
Jessica

„Ich habe mich damals für die Vorklasse entschieden, da ich von der Mittelschule (M-Zweig) gekommen bin und mich für die FOS vorbereiten wollte. Wenn ich zurückblicke, dann hätte ich vermutlich die FOS und vor allem die 11. Klasse ohne die Vorklasse nicht bestanden. Denn man unterschätzt schnell den Unterschied zwischen der Mittelschule und der FOS. Das Arbeitstempo ist schneller und auch der Lernstoff schwieriger. Am meisten konnte ich mein Englisch ausbauen, was durch den höheren Anspruch zu Stande gekommen ist. Man holt in diesem Jahr vor allem das Wissen nach, das Realschüler nach der 10. Klasse haben und ist somit am Ende für die 11. Klasse auf dem gleichen Stand. Strengt man sich in der Vorklasse an und hat Spaß am Unterricht, dann ist man ohne Probleme auf die FOS vorbereitet.“ (Schülerin der 12. Klasse nach vorherigem Besuch der Vorklasse)

Fiona

„Ich wollte nach der Mittelschule einfach schauen, ob ich die FOS packe. Dafür war die Vorklasse auf jeden Fall die richtige Entscheidung, da ich hier das Wissen aufhole, das nicht an der Mittelschule vermittelt wird, aber die Vorklasse dennoch direkt an die Mittelschule anknüpft. Die Umstellung war allerdings anfangs recht groß, da hier auf relativ viel Eigenverantwortung gesetzt wird und der Zeitplan für den Stoff viel straffer ist, sodass man Übungen und Wiederholungen zuhause machen muss.“ (Aktueller Schüler der FOS Vorklasse)

Konstantin

„Ich bin von der Mittelschule in die Vorklasse gegangen, da ich mich auf die 11. Klasse vorbereiten wollte und es war definitiv die richtige Entscheidung, denn so konnte ich mir ein Bild von all den Lehrern, den Fächern und dem Stoff machen. Dabei konnte ich auch für mich feststellen, was auf die Dauer für mich am besten wäre und das ist ganz klar die Fachoberschule. Mein Fehler war es allerdings, erst recht spät zu begreifen, dass man nun deutlich mehr Zeit für die Schule investieren muss als zuvor. Mittlerweile habe ich mich ganz gut eingefunden, aber die Umstellung war nicht so leicht wie man vermutet: Man sollte auf jeden Fall von Anfang an mit voller Kraft mitarbeiten.“ (Aktuelle Schülerin der FOS Vorklasse)

Sandra

„Ich als ehemalige Mittelschülerin war in der Vorklasse und es war eine gute Entscheidung, weil man intensiv auf die 11. Klasse vorbereitet wird und man die Grundlagen noch einmal thematisiert. Vieles davon hatte ich in der Mittelschule nicht gelernt, deswegen hat das zusätzliche Jahr sich für mich gelohnt. Eine große Umstellung im Vergleich zur Mittelschule waren die Ausfragen und es war eine immense Herausforderung für mich, mich für jede Stunde intensiv vorzubereiten. Die Kurzarbeiten und Schulaufgaben waren auch eine Umstellung, weil man auf der FOS den Stoff verstehen muss und nicht das Auswendiglernen im Mittelpunkt steht.“ (Schülerin der 11. Klasse nach vorherigem Besuch der Vorklasse)

Katharina

„Für mich war es eine gute Entscheidung, gleich in die 11. Klasse der FOS zu gehen, obwohl ich als Mittelschülerin die Wahl zwischen Vorklasse und 11. Klasse hatte. Ich denke, mir persönlich hätte die Vorklasse nicht weitergeholfen. Die Herausforderungen sind das Praktikum und die Probezeit, denn für viele Schüler ist es eine große Umstellung, in diesen kurzen Zeitabschnitten der Schulwochen so viele Kurzarbeiten und Schulaufgaben zu schreiben. Das Praktikum ist anstrengend, aber auch eine wirklich tolle Erfahrung, weil man zukünftige Berufsperspektiven besser kennenlernen kann.“ (Schülerin der 11. Klasse ohne vorherigen Besuch der Vorklasse)

Theresa

„Es war keine Option für mich, in die Vorklasse zu gehen, da ich auf der Realschule war, dennoch war die Umstellung auf die FOS nicht gerade leicht, da das Niveau doch sehr hoch ist. Der Wechsel zwischen Schule und Praktikum verlangt gute Planung. Mir ist es anfangs nicht leicht gefallen und man muss viel lernen, um die erwarteten Leistungen zu bringen.“ (Schülerin der 11. Klasse ohne vorherigen Besuch der Vorklasse)

Sabine

„Ich würde jedem Schüler, der von der Mittelschule in die FOS wechseln möchte, raten, die Vorklasse zu besuchen. Vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern wie Physik und Chemie hatte ich große Lücken, die auf jeden Fall geschlossen werden mussten, um überhaupt mit den anderen Schülern aus der Realschule mitzuhalten. In meiner alten Schule hatte ich nur „PCB“ und das nur zwei Stunden die Woche; meine neuen Klassenkameraden hatten jedoch bis zu 4 Stunden die Woche Physik. Die Vorklasse bietet eine gute Möglichkeit, die entstandenen Defizite auszugleichen und auf ungefähr das gleiche Niveau zu kommen. Das Einzige, was ich persönlich an der Vorklasse kritisieren würde, ist, dass wir leider kein Chemie hatten und das ist vor allem für den Technikzweig extrem wichtig.“ (Schüler der 12. Klasse nach vorherigem Besuch der Vorklasse)

Andreas